Neuseeland

Wanaka, geheimes Wanderparadies in Queenstowns Schatten

Thomas Guthmann: Roys-Peak: Sonnenaufgang - Wandern in Wananka

Gastartikel von Thomas, seit Oktober 2014 zusammen mit seiner Freundin auf Weltreise. Hunderte von Wanderkilometern haben sie auf der Suche nach spektakulären Landschaften und unvergesslichen Wildtierbegegnungen zurückgelegt. Schau auf jedenfall vorbei: BlogTwitter und Vimeo.

Drei Monate reisten wir im Rahmen unserer Weltreise durch Neuseeland, verbrachten viel Zeit mit Wandern und legten hunderte Kilometer zurück. Selten verbringen wir lange Zeit nahe einer Stadt, aber auf der Südinsel Neuseelands schlossen wir Wanaka ins Herz. Nicht nur, weil es eine ausgezeichnete Ausgangsbasis für Wanderungen in den Mount Aspiring Nationalpark ist und viele süße Köstlichkeiten als Belohnung locken, sondern auch weil die kleinen Gässchen hinter der Seepromenade ihren eigenen Charm versprühen.

Wanaka auf der Südinsel von Neuseeland, ist ein 7200 Einwohner zählendes Städtchen und liegt 70 Kilometer nordöstlich von der Adrenalinmetropole Queenstown. Viele fahren auf ihrem Weg ins Fjordland oder in umgekehrter Richtung zu den Gletschern an Wanaka vorbei. Wenn du unberührte Natur erleben möchtest, die Wanderschuhe gerne für einzigartige Landschaften schnürst, ist Wanaka ein wahres Kleinod.

Einsteiger und ambitionierte Wanderer genießen spektakuläre Aussichten.

Ich verrate dir drei Wanderungen für jeden Schwierigkeitsgrad mit einmaligen Ausblicken.

Mount Iron – Das Appetithäppchen

Thomas Guthmann - Blick-auf-Wanaka-vom-Mount-Iron

Am Stadtrand von Wanaka gelegen, unweit von Puzzling World, befindet sich Mount Iron, sozusagen der Hausberg von Wanaka. Der kleine Berg ist ideal, um dir einen Überblick über das Städtchen zu verschaffen. Viel Zeit benötigst du nicht, denn bereits nach 200 Höhenmetern bist du erfolgreich zum Gipfelstürmer geworden. Der breite Kiesweg wird gerne von Bewohnern der Stadt als Joggingrunde genutzt.

In Abhängigkeit deiner Fitness bist du nach 20 – 30 Minuten oben und hast eine erste Aussicht über die Stadt Wanaka und den gleichnamigen See. Die andere Seite mit Blick nach Hawea und Albert Town ist ebenso nicht zu unterschätzen. Die frühen Morgen- oder Abendstunden lohnen sich, da du die Sonne hinter den Bergen aufgehen oder versinken siehst.

Roys Peak – Der Sonnengipfel

Wananka von Thomas Guthmann Roys-Peak bei Sonnenaufgang

Du magst es sportlicher? Mit dem 8 km langen Aufstieg zum Roys Peak bist du bestens bedient. Dieser Gipfel bietet einen unvergleichlichen Blick über den See und die Stadt Wanaka. Der Roys Peak ist knapp 1600 m hoch, weshalb du einen uneingeschränkten Blick auf die umliegende Bergwelt hast. Bis tief in den Mount Aspiring Nationalpark kannst du seine Fernsicht schweifen lassen.

Der Wanderweg ist eine breite Quadstraße, da leider auf dem Gipfel zwei Sendemasten stehen, welche zum Glück die fantastische Aussicht nicht mindern. Die letzten zwei Kilometer kannst du diesen breiten Weg verlassen und auf dem Bergkamm entlang wandern, der Garant für spektakuläre Fotos.

Erlebnis hat sich wie kein anderes in meine Neuseelanderinnerung gebrannt.

Mach den Aufstieg am frühen Morgen, so dass du zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel bist, sobald die Sonne im Osten hinter den Bergen von Albert Town aufgeht. Ein atemberaubendes Erlebnis, wenn die umliegenden hohen Berge – teilweise knapp 3000 m hoch – in das Morgenrot der aufgehenden Sonne tauchen und die Lichter der Stadt langsam ausgehen.

Thomas Guthmann: Roys-Peak: Sonnenaufgang - Wandern in Wananka

Cascade Sattle Route – Aussicht mit Nervenkitzel

Bei der Cascade Sattle Route gibt es mehrere fantastische Aussichten. Achte darauf, diese Wanderung bei gutem Wetter zu unternehmen. Nicht nur, dass dir tiefhängende (Regen-)Wolken die Sicht versperren, gerade bei feuchtem oder gar nassem Untergrund kann diese Wanderung aufgrund ihrer Steilheit lebensgefährlich werden! Ein entsprechendes Schild untermalt den Wanderabschnitt mit den meisten Unglücksfällen.

Die Wanderung hat es nicht umsonst in die Hitliste der gefährlichsten Wanderungen der Welt geschafft.

Als Ausgangspunkt bietet sich die Aspiring Hut im Aspiring Valley an, welche du nach einer 9 Kilometer langen Wanderung vom Raspberry Parkplatz durchs Tal erreichst. Übernachte in der Aspiring Hütte oder schlage dort das Zelt auf, damit sicherst du dir einen ganzen Tag für die Cascade Sattle Route.

Thomas Guthmann - Gipfelstürmer auf dem Weg zum Pylon

Der Aufstieg zum Pylon, dem höchsten Punkt, ist zwar nur 4 km lang, aber eben soviele Stunden brauchst du dafür, da es stellenweise mehrere Meter senkrecht nach oben geht. Deshalb solltest du Kletterfertigkeiten mitbringen. Ferner ist die Strecke im Wald ausgewaschen und unzählige Kletterpartien über Wurzeln sind zu meistern.

Sobald du die Baumgrenze hinter dir hast, kommst du aus dem Staunen nicht heraus: der Blick reicht tief ins Tal und du kannst beinahe am Parkplatz dein Auto erkennen, oder der majestätische Mount Aspiring schiebt sich in dein Blickfeld. Je höher du aufsteigst, desto mehr siehst du vom Dart Gletscher (1524 m), welcher sich zum großen Finale auf dem Pylon (1835 m) stehend vor dir ausbreitet.

Die Aussicht vom Pylon reicht dir nicht? Geh noch weiter, bis du unmittelbar gegenüber des Dart Gletschers stehst. Dafür durchquerst du einen Schmelzwasserfluß, was je nach Wetterlage nicht immer möglich bzw. nur äußerst vorsichtig zu meistern ist.

Extratipp: Rob Roy Glacier und als Belohnung ein Eis in Wanaka

Befindest du dich am Raspberry Parkplatz im Aspiring Valley, kannst du eine weitere Wanderstunde investieren. Auf einem leichten Wanderweg, der sich als immer schmaler werdender Pfad zum Rob Roy Gletscher schlängelt, kommst du diesem in einer knappen Stunde nahe. Unternimm die kleine Wanderung  am Vormittag oder späten Nachmittag, wenn der Großteil der anderen Tageswanderer nicht unterwegs ist.

Thomas Guthmann - Patagonia-Chocolates

Egal für welche Wanderung du dich entscheidest, letztendlich kommst du ins Städtchen Wanaka. Dort gibt es an der Seepromenade ein kleines Cafe – Patagonia Chocolates – welches hervorragendes Eis (unserer Meinung nach das beste Neuseelands), leckeren Kuchen und gaumenschmeichelnden Kaffee verkauft. Gibt es eine schönere Belohnung nach einer abgeschlossenen Wanderung?

6 Kommentare

  1. Wahnsinns Fotos! Ich habe auch Neuseeland besucht, vor allem die Südinsel und kann es jedem nur empfehlen. Das Land ist einfach toll ;-)

    Viele Grüße
    Mathias – underwaygs.com

    • Hallo Mathias!

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Kann Dir nur Recht geben, dass Neuseeland einfach ein großartiges Land ist.

      Viele Grüße

      Thomas

  2. Pinkback: Meine Lieblingsfundstücke im August 2015 - soschy on tour

  3. Wow! Was für beeindruckende Bilder.
    Eigentlich hatte ich Neuseeland nicht mehr auf dem Radar für unsere Reise – doch nach deinen Bildern sollte ich mir das vielleicht noch mals überlegen :)

    • Hallo Patrick!

      Freut mich, dass Dir die Fotos gefallen.
      An Neuseeland würde ich keinesfalls einfach vorbeireisen. Dieses großartige Land sollte man gesehen haben. Klar findet man auch alles in Europa, aber dort müsstest Du ein paar tausend Kilometer zurücklegen um die Vielfalt Neuseelands zu erleben.

      Viele Grüße

      Thomas

  4. Was für traumhafte Bilder. Und gleich ein guter Grund über die nächste Neuseeland-Reise nachzudenken:-)

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