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Venezianische Küche – Diesen Spezialitäten kannst du nicht widerstehen.

Venezianische Küche von Sophia , urlaubsreiseblog.com

Ein Gastbeitrag von Sophia, 29 Jahre alt. Sie liebt Reisen und schreibt seit Mitte Oktober 2013 auf dem Urlaubsreiseblog. Dort teilen mehrere Blogger ihre besten Reiseerlebnisse mit dir. Du findest dort interessante Berichte und bist herzlich eingeladen, selbst von deinen Reisen zu erzählen. Sie freuen sich übrigens jederzeit über Gastbeiträge. Folgt dem Urlaubsreiseblog auf Facebook, Twitter, Google+ oder Pinterest.

Die venezianische Küche kommt mit einfachen Zutaten aus, wobei jedoch die Qualität lokaler Zutaten für einen unvergleichlichen Geschmack sorgt. Hauptakteure sind oftmals Meeresfrüchte sowie die aus der Lagune stammenden Fischsorten. Auch Risotto, Polenta, Wild sowie Gemüse von landwirtschaftlichen Betrieben sind der Region beliebt.

Ich verrate dir mehr über die Spezialitäten der Lagunenstadt und an welchen Lokalitäten du nicht vorbeilaufen solltest.

Ursprung der venezianischen Küche

Eine Kombination aus Produkten der Poebene wie Hülsenfrüchten, Mais, Reis sowie aus Meeres- und Lagunenfischen wie Aal beschreiben die venezianische Küche äußerst zutreffend. Dabei wurde die Esskultur in Venedig durch den Handel mit fernen Völkern, Marco Polos Reisen und der Geschichte der Serenissima. Im Mittelalter stand die Verwendung von getrocknetem Stockfisch (Stoccafisso), ein mittels Trocknung haltbar gemachter und aus der Nordsee stammender Dorsch oder Kabeljau, im Mittelpunkt der hiesigen Esskultur. Im Laufe der Jahre setzten die Venezianer die gehandelten Gewürze mehr und mehr in ihren eigenen Küchen ein, so dass diese in der Region zunehmend an Zuspruch gewannen. Zahlreiche Rezepte werden aus diesem Grund heute mit Pfeffer, Korinthen, Rosinen, Gewürznelken sowie Zimt abgeschmeckt. Charakteristisch für die venezianische Küche sind die unterschiedliche Herkunft der Zutaten als auch die Vielzahl an Gerichten. Dabei besitzt die Ausgewogenheit zwischen salzig, sauer und süß eindeutig orientalische Wurzeln.

Wahre Leckerbissen aus den Tiefen der Lagune

Wenn du Venedig besuchst, wirst du dich kaum einer Degustation typischer Gerichte auf Basis von Fisch entziehen können. In meiner Zeit in Venedig habe ich Meeräschen (cefalo), Meerspinnen (granseola), Meeresfrüchte, Krustentiere (canestrei), Seeteufel (coda di rospo), Stockfisch, Venusmuscheln (caporossoi), Miesmuscheln (peoci), Meereszikade (cigalla di mare), Sardinen, Tintenfisch (polpo), kleiner Tintenfisch (moscardino), Aal (bisato) und einer besonderen Krebsart (canoce) zu schätzen gelernt.

Venezianische Küche von Sophia , urlaubsreiseblog.com

Die Gerichte heißen etwa „Minestra di pasta e fagioli ai frutti di mare“ (Suppe mit Pasta, Bohnen und Meeresfrüchten), Risotto nero (Reis, der seine schwarze Farbe von den Tintenbeuteln des Tintenfischs erhält), Baccalà mantecato (auf Polenta- oder Brotscheibe servierter Kabeljau), Bigoli Nudeln mit Sardellen- und Zwiebelsauce. Besonders lecker fand ich ferner die „Sarde in saòr „, ein süßsaures Gericht, welches mit Rosinen, Pinienkernen, Zwiebeln und frittierten Pelamiden (eine Makrelenart). Weit verbreitet sind zudem Seeschnecken sowie Bovuletti, kleine Schnecken, welche in der Schale serviert und als kleiner Imbiss oder Antipasti gegessen werden. Krabben namens Mojecche sind hingegen bei den Venezianern im Herbst und Frühjahr besonders begehrt, da sie dann gerade ihren Panzer abgestreift haben und als Ganzes gegessen werden können.

Es schmeckt auch ohne Fisch

Auch wenn du dich nicht zu den Fischliebhabern zählst, wirst du in Venedig nicht zu kurz kommen. Als venezianischer Antipasto empfehle ich eingelegte Artischockenherzen mit sauer eingelegtem Gemüse in Begleitung eines herzhaften und luftgetrockneten San Daniele-Schinkens. Oder wie wäre es etwa mit Risi e bisi (Risotto mit Erbsen, Käse und Speck) oder einer Peperonata (Schmorgericht mit Zwiebeln, Tomaten und Paprika)? Auch Fleisch mögen die Venezianer sehr gerne.

Venezianische Küche von Sophia , urlaubsreiseblog.com

So wird als Hauptgericht gerne spezzatino (ein Kalbsgericht) mit Polenta angeboten. Zu den genussvollen Delikatessen zähle ich zudem den fegato alla veneziana (Kalbsleber mit Zwiebeln, Olivenöl, Weißwein und Salbei) und das auch hierzulande geliebte Carpaccio. Die Speise Risi e figadini beschreibt hingegen Risotto mit Hühnerleber. Auf dem Beiteller landet zumeist frisch zartes Gemüse aus der Lagunenstadt oder ein Radicchiosalat. Nahezu unbezahlbar ist der winterliche, lange rötliche Radiccio aus Treviso, welcher gedämpft, gebacken oder aber auch roh zubereitet wird.

Süße Versuchungen

Auch mit Süßem kennt man sich in Venedig bestens aus. Nachspeisen haben einen unverkennbaren orientalisch-süßen Beigeschmack, ob auf Baiser-Basis (z.B. die meringata) oder auf der Grundlage der Käsecreme mascarpone. Erfrischend schmeckte mir die Frutta cotta, also gekochte Früchte, die ganz belassen werden und vorsichtig in Zuckersirup gegart werden. Eine über die Landesgrenzen hinausreichende Süßspeise ist das Tiramisu, dessen Ursprung in Venetien und in der Toskana liegen soll. Häufig vorzufinden sind auch die „bussolai“, die oft zu süßem Dessertwein serviert werden oder auch die hauchdünnen, in Schokoladen- oder Zabaione getunkten Kekse „baicoli“. In der Weihnachtszeit freuen sich die Venezianer hingegen auf einen als „pinza“ bekannten Kuchen, der mit kandierten Früchten, Rosinen und Polenta zubereitet wird. Zur Karnevalszeit sind dagegen die castagnole (mit creme gefüllte Teigbeutel), frito’le und crostoli (krokantes Fasnachtsgebäck) angesagt.

Die besten Speiselokale der Lagunenstadt

Eine gastronomische Stadttour in Venedig ist unglaublich vielseitig. Wenn du dich in die Lokale zwischen der Galleria dell’Accademia und dem Museo Correr sowie Rialto Markt bis zum Ghetto begibst, findest du sämtliche gastronomische Traditionen Venedigs. Gespeist werden kann nicht nur in Restaurants, sondern auch in der Trattoria, Osterie, Rosticceria (Schnellimbiss, Garküche) oder in der Bar.

Venezianische Küche von Sophia , urlaubsreiseblog.com

Beginne deine kulinarische Tour am besten am Rialto-Markt, wo die Händler ein Loblied auf die regional angebauten Produkte singen. Anschließend kannst du dich in die Pescaria begeben, wo Berge von silber schimmernden Fisch aller Variationen auf dich warten. Landestypische Gewürze habe ich direkt nebenan an der historischen Drogheria Mascari gekauft. Beste Feinkost wie den Taleggio-Käse oder den San-Daniele-Schinken erhältst du hingegen bei Aliani.

Cicheti, Prosecco und vieles mehr

Unweit davon entfernt befindet sich die Bar All’Arco, wo du die besten cicheti der Stadt erhältst. Hierbei handelt es sich um eine venezianische Version der Tapas. Außerdem kannst du hier auch einen kleinen Teller mit leckerem Bassano-Spargel und prallen, in Pancetta gewickelten Shrimps aus der Lagune bestellen. Bruschetta oder pikante Fleischbällchen stehen ebenfalls auf der Speisekarte. Erlesene Tees und leckeres Gebäck wird im Tearoom Caffé Orientale serviert. Lasse jedoch noch etwas Platz für ein Eis mit gerösteten Biopistazien, das es im Alaska gibt. Im „Florian“ gibt es dagegen Prosecco im ältesten Café Italiens. Hier haben sich bereits Goethe, Charles Dickens, Rousseau oder Stravinsky wohlgefühlt.

Hier gibt es Essen vom Feinsten

Traditionell Essen kannst du im Do Forni, einem Restaurant in der Calle die Specchieri mit schönen Holztäfelungen. Neben einem köstlichen Fegato alla veneziana gibt es auch schmackhaft zubereiteten Seeteufel sowie Shrimps und Hummer – für mich als Fischliebhaber ein wahrer Genuss. Empfehlenswert ist auch der Risotto ai frutti di mare oder die Zuppa di cozze.

Venezianische Küche von Sophia , urlaubsreiseblog.com

Wenn du hingegen auf eine leckere Pizza aus bist, dann bist du im „Aciugheta“ gut aufgehoben. Spezialität ist hier die Pizza mit Büffelmozzarella oder ai frutti di mare. In der Taverna da Baffo gibt es einen leckeren Thunfisch-Carpaccio sowie traditionelle Gerichte wie Sarde „in saòr“ und Baccalà mantecato. Bestelle dir einen spritz (Prosecco oder Weinschorle mit Campari oder Aperol), das den venezianischen Way of Life ideal verkörpert. Lasse den Abend mit einem lockeren Cocktail oder einem Latte Macchiato ausklingen, etwa im Caffé Paradiso, im Caffé La Serra, im Bagolo oder im Caffé dei Frari.

Fazit: Ist die venezianische Küche eine Sünde wert?

Ein ganz klares Ja. Die schmackhaften Grundzutaten und die Vielfalt der Speisen sind überwältigend. Allein schon das Essen lohnt eine Reise nach Venedig. Logiert habe ich übrigens im Hotel La Meridiana. Es ist sehr zentral gelegen, so dass sich viele Lokale und Sehenswürdigkeiten schnell erreichen lassen. Dennoch ist es sehr ruhig und die Zimmer sauber sowie ansprechend gestaltet.