Seychellen

Seychellen individuell: Gratis Strände, billige Fisch-Curries und teure Luxushotels

seychellen - um die Weltreise - visittheworld.ch

Dies ist ein Gastartikel von Karin und Lukas
Karin und Lukas schreiben auf ihrem Schweizer Reiseblog visittheworld.ch nach dem Motto: „Wir lieben es, unterwegs zu sein und unsere Freude am Reisen mit anderen zu teilen!“

Wer an die Seychellen denkt, der denkt an Flitterwochen, luxuriöse Hotelanlagen und exorbitante Preise. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Seychellen sind ein teures Reiseziel. Doch für das viele Geld bekommst du auch Einiges geboten: Eine unberührte Natur mit üppigen Regenwäldern, weissen Sandstränden, gesäumt von Kokospalmen und den berühmten Granitfelsen sowie eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur.

Bei unserer Ankunft am kleinen Flughafen von Mahé, der Hauptinsel des Archipels, können wir uns von zwei weiteren typischen Merkmalen der Seychellen überzeugen: Der Freundlichkeit der Bewohner – die Seychellois – und der Hitze. Kaum verlassen wir den klimatisierten Airport, rinnt uns der Schweiss schon in Strömen hinunter. Flavy, den Angestellten der Mietwagenfirma, scheint dies nicht zu stören. Fröhlich wischt er sich den Schweiss von der Stirn und heisst uns herzlich auf seiner Insel willkommen. Effizient und doch ohne jegliche Hektik erledigt er den Papierkram und schon sind wir bereit, Mahé mit unserem Miniauto zu erkunden.

Menschenleere Strände und tropische Früchte

Auf einer schmalen Strasse, die sich entlang der Küste schlängelt, gondeln wir in gemütlichem Tempo und mit weit offenen Fenstern gen Süden nach Anse Royale, wo sich unsere erste Unterkunft befindet. Dort werden wir bereits erwartet und sind ein zweites Mal erfreut über die Herzlichkeit der Einheimischen: Kaum wissen wir, wie uns geschieht, sind wir und unser Gepäck im Bungalow verstaut und David, der Besitzer des kleinen Guesthouse, plappert uns auf der Veranda voll und preist mit leuchtenden Augen seine Heimat an.

In den nächsten Tagen werden wir noch oft mit David und Olaf, seinem Schwiegervater, plaudern. Sie erzählen uns, wie ihrer Familie während der Zeit des Sozialismus alles weggenommen wurde, wie sie ins Exil gingen und wie Davids Vater noch heute mit den Tränen kämpft, wenn er sein altes Grundstück besucht.

Dazwischen erkunden wir mit dem Miniauto die Insel. Der Süden von Mahé ist touristisch nicht stark erschlossen, nur einige Luxushotels haben hier ihre schmucken Anlagen erbaut, dank strengen Auflagen fügen sie sich perfekt in die Umgebung ein. Die Strände in diesem Teil der Insel sind während der Woche fast leer, am Wochenende werden sie von Einheimischen bevölkert, die mit der ganzen Familie zum Picknick anreisen: Laute Musik, ein paar Fische auf dem Grill, die Kinder spielen im lauwarmen Meer, die Erwachsenen halten ein kühles Seybrew in der Hand – was braucht man mehr zum Glücklichsein?

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Auch wir lassen uns anstecken von der Ruhe und Einfachheit der Insel und ihrer Bewohner: Den Tag starten wir mit frischen Früchten, die wir an Strassenständen kaufen, tagsüber entdecken wir die fast kitschig schönen Strände und wandern durch den Regenwald und abends blicken wir aufs Meer und beobachten die Flughunde, die durch die Baumwipfel segeln.

Nach sechs Tagen verabschieden wir uns schweren Herzens von unseren Gastgebern und Mahé. Mit der Fähre reisen wir nach La Digue, mit fünf Kilometern Länge und drei Kilometern Breite die viertgrösste Insel der Seychellen.

Octopus-Salat und Dschungel-Wanderungen

Haben wir schon Mahé als relaxed empfunden, wird dies von La Digue noch getoppt. Hier leben nur 2000 Menschen und auf der ganzen Insel gibt es lediglich 30 Autos. Das Hauptverkehrsmittel ist deshalb das Fahrrad und wir werden direkt am Jetty von Harry abgefangen, der uns seine Drahtesel andrehen will.

Doch wir haben andere Pläne und vertrösten ihn auf den nächsten Tag. Stattdessen laden wir unseren Kram in unserem Bungalow ab und machen uns zu Fuss auf den Weg zum Strand. Da uns der Hunger packt, kehren wir zunächst in einem Take Away ein. Für umgerechnet zehn Franken gibt’s frischen Mangosaft, eine Kokosnuss sowie zwei Fischcurries, das traditionelle Gericht der Seychellois. Das kreolische Essen ist so scharf, dass es uns einen Mittelscheitel zieht und so lecker, dass wir uns kaum mehr einkriegen und mit vollem Mund die Seychellois und ihre Kochkunst preisen.

Am nächsten Tag suchen wir am Jetty nach Harry. Als wir ihn finden, ist er bass erstaunt, dass wir unser Versprechen, nur bei ihm ein Fahrrad zu mieten, gehalten haben und rennt eifrig los, um uns zwei Exemplare zu besorgen. Ein wenig klapprig sind die Dinger, doch die befestigten Strassen der Insel sind gut in Schuss und wir radeln los. Unser Ziel ist es, die Nordspitze von La Digue zu umfahren und dann bei Jules einzukehren, der laut sicheren Quellen den besten Octopus-Salat der Seychellen zubereitet.

Die Strasse schlängelt sich entlang der Westküste, zu unserer Linken kleine Sandbuchten, riesige Granitfelsen im türkis glitzernden Meer und der Blick auf die vorgelagerten kleinen Inseln. Alle paar Meter bleiben wir stehen und blicken ungläubig auf diese Traumkulisse. Schon nach kurzer Zeit finden wir Jules’ kleine Strandbar und stürzen uns auf Mangosaft und Octopus-Salat. Er schmeckt wirklich einwandfrei.

Obwohl wir uns fest vorgenommen haben, auf La Digue nur zu relaxen und uns von den stressigen letzten Wochen in der Schweiz zu erholen, sind wir während der vier Tage auf der Insel unglaublich aktiv. Mit dem Fahrrad fahren wir durch den dichten Regenwald an die Westküste, wandern entlang der Buchten zu fast menschenleeren Stränden und erklimmen sogar den Nid d’Aigle, den höchsten Punkt La Digues. Eine schweisstreibende Wanderung, die jedoch mit einer Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen ein echtes Highlight unserer Ferien beinhaltet.

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Der Abschied von La Digue fällt uns noch schwerer als jener von Mahé und wir nehmen die Überfahrt nach Praslin mit gedrückter Stimmung in Angriff. Bereits nach fünfzehn Minuten erreichen wir diese Insel und da uns hier kein Flavy mit Auto oder Harry mit Drahtesel erwartet, machen wir uns auf die Suche nach dem öffentlichen Bus. Wir haben Glück: Schon nach wenigen Minuten fährt ein klappriger blauer Bus vor und der Fahrer lässt uns sogar mit unseren grossen Backpacks einsteigen – wenn auch eher widerwillig.

Kokospalmen und Gewitter

Unsere Ankunft in Anse Volbert ist enttäuschend: Die Besitzerin unseres Guesthouses ist zwar freundlich, von der Herzlichkeit unserer bisherigen Gastgeber ist jedoch nichts zu spüren. Anse Volbert im Norden von Praslin ist der touristische Hauptort der Insel. Obwohl unsere Unterkunft super stylisch und der fast vier Kilometer lange Strand wunderschön ist, werden wir mit dem Ort nicht warm. Als wir am Abend mehrere betrunkene Einheimische und sogar eine Verhaftung beobachten, ist unsere Stimmung total im Eimer. Das sind nicht die Seychellen, die wir kennen und lieben gelernt haben!

Dieses Gefühl hält während unseres ganzen Aufenthalts auf Praslin an, auch wenn wir nicht genau wissen, was uns stört und wir auch hier Tolles erleben.

Wie zum Beispiel das Valléé de Mai, das die Coco de Mer beherbergt, eine Palme mit riesigen Nüssen, die nur hier im Nationalpark wächst. Das Tal kann auf mehreren Wegen durchwandert werden, gesäumt von unzähligen Coco de Mer Palmen. Wenn der Wind durch das dichte Blätterdach rauscht, entsteht eine spezielle, fast mystische Stimmung und wir sind einige Stunden mit Praslin versöhnt.

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Auch der weltberühmte Strand Anse Lazio ist einen Besuch wert: Mit dem Bus fahren wir ans Westende der Insel und nach einer halben Stunde Fussmarsch liegt vor uns diese Traumbucht. Wir legen uns unter eine Palme und verbringen den ganzen Tag damit, im Schatten liegend die vielen Besucher des Strandes zu beobachten. Dazwischen erfrischen wir uns im glasklaren Wasser und klettern auf den Felsen herum.

Die letzten drei Tage verbringen wir ganz typisch in einem Luxushotel auf Mahé, denn – ja – auch wir sind in den Flitterwochen auf den Seychellen. Das Hilton Northholme Resort im Norden Mahés bietet alles, was man von einer Unterkunft dieser Preisklasse erwartet und wir sind meist ein wenig überfordert mit den Gepflogenheiten in dieser Gesellschaft. Doch unser Zimmer – pardon, unsere Villa – ist eine absolute Wucht: Mit Whirlpool-Badewanne, einem Kingsize-Himmelbett und einer Terrasse mit Blick über den indischen Ozean erfüllen wir uns hier einen Traum.

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In diesen Tagen zeigen die Seychellen noch einmal ein anderes Gesicht: Statt strahlendem Sonnenschein sind nun Gewitter, heftige Regenfälle und viel Wind angesagt. Das Meer schäumt und zischt und lädt so gar nicht mehr zum Baden ein.

Nach drei Wochen auf den Seychellen haben wir das Gefühl, unglaublich viel aber längst nicht alles gesehen zu haben, was die Inseln bieten. Wir haben sehr wenig Lust, diesem Tropenparadies den Rücken zu kehren und in die kalte Schweiz zu reisen. Damit uns wenigsten ein bisschen warm bleibt, kaufen wir im Duty Free noch einen Takamaka Rum und besteigen unseren Flieger.

PS: Karin und Lukas aus Zürich schreiben auf visittheworld.ch über ihre Reisen in die ganze Welt. Am liebsten dahin, wo die Sonne strahlt und das warme Meer lockt. Verfolge sie auf Twitter oder Google+!

PPS: Du hast eine grandiose Geschichte, welche du ebenfalls bei uns als Gastautor veröffentlichen willst? Kein Problem, kontaktiere uns direkt mit deiner Idee, wir freuen uns.

12 Kommentare

  1. Ein wirklich toller Bericht, der zum Weiterträumen einlädt. Das Lebensgefühl auf den Seychellen muss wirklich einmalig sein. Mein nächstes Reiseziel sollte somit feststehen. Vielen Dank und weiter so mit eurem Blog :-)

    Viele Grüße,

    Max

    • Hallo Max

      Danke für Deinen Kommentar. Die Seychellen sind wirklich wunderschön und auch angenehm individuell zu bereisen. Ich kann Dir nur empfehlen, die Inseln zu besuchen! Auf visittheworld findest Du Tipps für Unterkünfte, Kulinarik, Transport und Aktivitäten.
      Liebe Grüsse, Karin

  2. ich denke auch, dass es ein wunderschönes reiseziel ist. Insgeheim wünsche ich mir dort irgendwann vielleicht mal in den flitterwochen dorthin zu fliegen :) ich bin ein großer fan von sonne, strand und meer, wesehalb mich der diesjährige urlaub in schenna viel überzeugungskraft meines freundes gekostet hat :D danke für den schönen bericht! (ich werde ihn meinem Freund dezent unter die nase reiben) Grüße Claudi

    • Liebe Claudia

      Schön, dass dir unser Bericht gefällt und dir Lust auf die Seychellen macht! Wenn du Sonne, Strand und Meer magst, bist du auf diesen Inseln definitiv am richtigen Ort – und es gibt sogar noch viel mehr zu sehen und erleben. Wenn du Tipps für deine Seychellenreise brauchst, kannst du uns gerne kontaktieren oder auf unserer Website stöbern.
      Übrigens: Ich musste meinen Mann auch ein wenig überzeugen. Am Ende war er noch begeisterter als ich :-)
      LG, Karin

  3. Ein sehr schöner Artikel und er spricht mir aus der Seele, denn so habe ich die Seychellen auch kennengelernt.

    Im ersten Moment habe ich mich verliebt und diese Liebe hat mich nie mehr losgelassen: http://reisehappen.de/die-seychellen-liebe-im-quadrat/

    Das Essen, die Menschen, die Strände, die Musik, das Wetter… für mich das Paradies und ich hoffe sehr, dass alles klappt und ich dieses Jahr wieder hinfliegen kann. Diesmal würde ich dann auch sehr gerne Praslin und La Digue besuchen, denn bisher kenne ich nur Mahé. Nach dem Artikel bin ich sehr gespannt, ich werde berichten, vor allem wie es mir auf Praslin erging.

    Liebe Grüße,

    Nina

  4. Das ist wirklich ein sehr schöner Artikel. Ich würde gerne dieses Jahr, Ende Februar Anfang März auf die Seychellen gehen. Allerdings sind wir uns nicht ganz sicher, wegen der Jahreszeit. Wann warst du denn?
    Vielem Dank und Liebe Grüße,
    Carina

    • Liebe Carina
      Wir waren im November auf den Inseln, soweit ich weiss, sind die Seychellen aber zu jeder Zeit eine Reise wert.
      LG, Karin

  5. Pinkback: Seychellen – ein wahrgewordener Traum | visittheworld

  6. La Digue mit seinen 2000 Diguoise ist wirklich noch so ruhig und ursprünglich, wie die Hauptinsel Mahe vielleicht vor 40 Jahren war. Es ist ein ganz anderes, ursprüngliches Lebensgefühl.

    Wir haben uns in die Seychellen verliebt und schicken auch gerne Kunden dorthin.

    Viele Grüße und danke für den Bericht,
    Natalie

  7. Hallo Karin, hallo Lukas
    Vielen Dank für diesen Reisebericht. Macht wirklich spass diesen zu lesen und auch die Bilder gefallen mir sehr gut. Bin richtig „glustig“ worden.
    Alles Gute und viel Reisefreude
    Grete

  8. Hallo Karin, Hallo Lukas,
    da verbreitet ihr ganz schöne Urlaubsstimmung. Würdet ihr noch verraten, in welchen Unterkünften ihr gewohnt habt?
    Liebe Grüße und viel Spaß bei euren weiteren Reisen
    Mona

    • Liebe Mona

      Auch bei mir kommt immer noch das Fernweh auf, wenn ich nur schon an die Seychellen denke. Auf unserem Blog haben wir einen kleinen Reiseführer für die Seychellen zusammengestellt, dort findest du alle Unterkünfte und noch weitere Tipps für die Trauminseln. Ich poste hier den Link, in der Hoffnung, dass das für Simon und Fränzi ok ist.
      http://www.visittheworld.ch/reisefuehrer-seychellen/

      Liebe Grüsse
      Karin

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