Kambodscha

Phnom Penh, du Schöne!

Phnom Penh Sonnenuntergant

Ein Gastartikel von Sarah Althaus, die sich aufgemacht hat, die Welt zu erkunden und über ihre Abenteuer auf ihrem Blog Rapunzel will raus berichtet.

Ok, eigentlich ist Phnom Penh nicht wirklich schön, jedenfalls nicht im klassischen Sinne. Aber bekanntlich liegt Schönheit wiederum im Auge des Betrachters. Und meine Sicht verriet mir schon bei der Ankunft am Busbahnhof, dass ich Phnom Penh mag. Es gibt sie einfach, die Städte, wo ich ankomme und mich wohlfühle, einfach so.  Oftmals gibt es keinen besonderen Grund, keine ersichtliche Sehenswürdigkeit oder ein prägendes Erlebnis. Es ist der Groove der Stadt. Es ist, als würde ich sie verstehen, ihren Herzschlag spüren, dazugehören. Und so ist es mir auch mit der kambodschanischen Hauptstadt ergangen.

Phnom Penh ist eine nicht sehr grosse Stadt. Sie bietet 1.5 Millionen Einwohnern ein Zuhause und ist für die meisten Besuchenden nicht mehr als ein Zwischenstopp auf der Busfahrt zwischen Angkor Wat und den Badestränden im Süden. Oftmals zeigt sie ihre Schönheit und ihre Schätze erst, nachdem man sie sich verdient hat, ihr Zeit gegeben hat. Nicht allen geht es so wie mir. Nicht alle verlieben sich auf den ersten Blick.

Das Phnom Penh aber viel mehr wert ist, als ein kurzer Zwischenstopp, möchte ich dir hier aufzeigen. Denn es gibt viel zu entdecken…

Sisowath Quay

Die Gegend um den Sisowath Quay ist eine 3 Km lange Uferpromenade am Tonle Sap Fluss und so etwas wie das Zentrum von Phnom Penh. Hier tummeln sich morgens vor allem Einheimische bei der Gymnastik, abends schauen fast alle mal hier vorbei. Besonders schön ist es zu Beginn der Abenddämmerung vor dem Königspalast. Spielende Kinder, Strassenstände, die alles mögliche verkaufen, Menschen die den Feierabend geniessen und die Sonne, die glühend rot hinter dem Palast verschwindet.

Tagsüber ist an der Promenade und vor dem Königspalast nicht sehr viel los, Abends aber wird hier Fussball gespielt, es werden Opfer dargebracht, Karten gespielt, es wird gejoggt, es wird gebetet, gelacht, verkauft und einfach das Nichtstun genossen.

Phnom Penh - Sarah Althaus

Wat Ounalom

Dieser Wat ist für den kambodschanischen Buddhismus eine der wichtigsten Pagoden. Er liegt gleich am Tonle Sap Fluss und in nächster Nähe zum Königspalast und ist einfach zu erreichen. Früher war hier die Bibliothek des Buddhistischen Instituts mit über 30’000 Titeln ansässig. Der Wat wurde durch die Roten Khmer zerstört und später wieder aufgebaut. Heute residieren hier die höchsten Mönche des Landes.

Das bedeutendste Heiligtum dieses Wats ist ein Haar der Augenbraue von Buddha, welches sorgfältig im einem der hinteren Gebäude aufbewahrt wird. Wenn du den Wat während eines freien Tages oder einem Nationalen Feiertages besuchst, stehen die Chancen gut, dass einer der netten Möche dich im Wat herumführt und dir alles zeigt und erklärt.

Wat Phnom

Dieser Wat ist der bekannteste der Stadt. Er liegt sehr schön auf einer künstlichen Anhöhe und wurde ursprünglich 1372 erbaut. Bei Ankunft muss man sich erstmals an einigen Vogelverkäufern vorbeischleichen. Die kleinen Tiere werden gefangen und sie zu kaufen und in die Freiheit zu entlassen, soll angeblich Glück bringen. Der Tempel ist gleichermassen beliebt wie belebt und daher gestaltet sich der Besuch sehr kurzweilig. Im Innern des Tempels sind viele verschiedene Buddha Statuen zu sehen, ebenso lohnt sich ein Rundgang um den Tempel. Der Wat Phnom ist eine kleine, ruhige Oase mitten im hektischen Grossstadtdschungel.

Phnom Penh Wat Phnom - Sarah Althaus

Genozid Museum und die Killing Fields

Das ehemalige Foltergefängnis S-21 und die Killing Fields sollten zum Pflichtprogramm jedes Kambodscha Besuchers gehören. Die jüngere Geschichte dieses Landes wiegt schwer und ist schrecklich, aber um nicht zu vergessen und die Opfer zu ehren, ist ein Besuch beider Stätten angezeigt. Ich rate aber zur Vorbereitung. Setzte dich schon vor dem Besuch der Gedenkstätten mit der Geschichte Kambodschas und der Zeit der Roten Khmer auseinander. Ich habe beide Stätten besucht, meine Erlebnisse kannst du in diesem Bericht nachlesen.

Königspalast und Silber Pagoda

Der Königspalast ist eigentlich nicht nur ein Palast, sondern mehr eine Art Anlage, welche aus verschiedenen Gebäuden besteht. Da der König auch heute noch in diesen Anlagen residiert, ist den Besuchenden der Zugang nicht überall gestattet. Eine gehisste, blaue Fahne signalisiert die Anwesenheit des Königs in seiner Residenz. Das Herzstück der Anlage ist die Thronhalle, welche aber nicht betreten werden darf. Man kann von aussen in die Thronhalle hineinschauen, fotografieren ist nicht gestattet. Die Thronhalle wird heute nur noch zu Repräsentationszwecken verwendet oder um ausländische Staatsoberhäupter zu begrüssen.

Der Palast wurde 1813 erbaut, aber erst 1930 fertiggestellt. Der Königspalast ist geprägt von Khmer Architektur mit europäischen Einflüssen. Ein besonderes Merkmal ist das klassische Khmer Dach mit reichen goldenen Verzierungen.

Im gleichen Gelände befindet sich die Silber Pagoda. Ihren Namen hat sie durch ihren Boden erhalten, der mit 5000 Silberfliesen glänzt. Im Innern sind viele Buddha Statuen zu sehen, unter anderem auch ein lebensgrosser, goldener Buddha, der mit über 9500 Diamanten bestückt ist. An den Wänden die das Areal der Silberpagode umgeben, ist das hinduistische Ramayana Epos zu bewundern, ebenso gibt es verschiedene Stupas und ein Reiterstandbild von König Norodom zu sehen.

Phnom Penh Konigspalast von Sarah Althaus

Märkte

Phnom Penh hat zwei bekannte Märkte. Der eine ist der Russische Markt Phasr Toul Tom Poung, der während der 80er Jahre der beliebteste Markt der Ausländer war. Während dieser Zeit waren das in erster Linie Russen, deshalb wurde dieser Markt einfach Russenmarkt getauft. Hier gibt es vor allem Souvenirs, Stoffe, Kleidung und allerhand Kurioses zu kaufen. Für Touristen ist dieser Markt interessant um Mitbringsel zu erstehen, verhandeln ist aber hier hart.

Des Weiteren gibt es den Zentralmarkt Phsar Thmei im Zentrum der Stadt. Gleich nebenan befindet sich auch der Sorya Busbahnhof. Auf diesem Markt gibt es eine breite Palette an südostasiatischen Waren, und das Ganze ist etwas ursprünglicher als der Russenmarkt. Das Gebäude, in dem sich der Markt befindet wurde im Art Déco-Stil erbaut und ist ein interessanter Kontrast zur übrigen Architektur Phnom Penhs.

FCC

Wenn du irgendwann mal genug hast von Märkten, Gewimmel in den Strassen und Tuk-Tuk Fahrern, die dir in jeder Ecke auflauern, dann empfehle ich dir den Foreign Correspondents‘ Club (FCC) am Sisowath Quay. Dieser ist eine Institution in Phnom Penh und bietet eine wunderbare Aussicht über den Tonle Sap Fluss und ist perfekt, um das Treiben am Abend von oben zu beobachten. Die Preise sind etwas höher, aber bezahlbar und lohnen sich. Einige Augenblicke Ruhe, bezaubernde Stimmung und eine herrliche Architektur, bringen deine Lebensgeister hier wieder auf Vordermann.

Reiseinformationen

Wie kommst du nach Phnom Penh, wo übernachtest du und was kostet dich das Ganze?

Anreise

Per Flugzeug: Von Europa gibt es keine Direktflüge nach Phnom Penh. Es bietet sich jedoch an  nach Thailand, Malaysia oder Vietnam zu fliegen. Von dort sind problemlos Billigflüge nach Phnom Penh zu haben.

Per Bus: Von allen anderen Orten Kambodschas ist die Hauptstadt per Bus zu erreichen. Kambodscha ist nicht ein sehr grosses Land, daher dauert die Anreise meist nicht länger als ein paar Stunden.

Übernachtung

In Phnom Penh gibt es unendlich viele Möglichkeiten sich zu betten. Von Luxushotels bis zu ganz billigen Absteigen ist alles zu finden. Gute Backpackerunterkünfte und Mittelklassehotels kann ich in der Strasse 258 empfehlen.

Budget

Selbstverständlich ist das Budget nach oben immer offen. In Phnom Penh gibt es zwar kaum grosse Einkaufszentren die man beispielsweise von Bangkok kennt, es ist aber sonst jeder westliche Luxus erhältlich. Genauso kannst du aber auch mit einem Budget im unteren Bereich klarkommen. Das gilt für Unterkünfte, Transport sowie alle Güter, die du zum täglichen Leben benötigst.

Ich sage: Auf nach Phnom Penh! Die Stadt hat einen ganz speziellen Groove, du solltest sie dir keinesfalls entgehen lassen!

9 Kommentare

  1. Super Artikel; können wir nur alles so unterschreiben; würden noch dazuhängen, dass Phnom Penh irgendwie ähnlichKeiten mit Bangkok hat; hat echt ein ausgeprägtes Nachtleben! und die ganzen Alkoholika sind echt billiger! wo bekommt man schcon mal einen ordentlichen Cocktail für $1 ?

  2. Mihaila

    Dein Artikel hat mir richtig Lust auf Phnom Penh gemacht! Werde Ende Oktober ein paar Tage in der Stadt sein und war mir zunächst nicht wirklich sicher was ich von der Stadt halten sollte. Dass ich alleine schon wegen den Killing Fields hin muss, war mir klar. Aber jetzt freu‘ ich mich noch ein bisschen mehr. :)

  3. Pinkback: Backpacking in Südostasien: Alles was du wissen musst | Rapunzel will raus

  4. Hi,

    Ersteinmal: Sehr coole Website :)
    Phnom Penh ist absolut super und meine Lieblingsstadt in Südostasien :) Nicht so groß wie Bangkok oder Saigon. Man kann sich hier wohlfühlen :)
    LG Kevin

    • Hi Kevin

      Vielen Dank für das Kompliment mit der Site.
      Dies ist ein Gastartikel von Sarah (schau doch mal bei ihr vorbei: http://rapunzel-will-raus.ch ). Wir selbst waren leider noch nicht in Phnom Penh : ( aber lieben dafür Bangkok, da haben wir sicher schon fast zwei Monate verbracht…

      Lieber Gruss und vielen Dank für deinen Besuch bei uns und den netten Kommentar.
      Simon

  5. @Simon: Mach ich danke ;)

  6. Pinkback: Kambodscha: Phnom Penh - Kosmopolo

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