Reisefotografie

Fototipp 12 für bessere Reisefotos: Er kam, sah und schoss!

Fototipp - Taj Mahal

Heute gibt es einen ganz persönlichen Tipp. Wie ich es mache, wie ich es mag und wie ich das Gefühl habe, das für mich best mögliche Foto zu erreichen.

Der Tipp ist gerade für Reisende interessant, für Entdecker, Weltreisende und Sightseer.

An einem neuen Ort, nimm dir fünf Minuten Zeit. Erst dann, plane deine Fotos.

Wieso ist dieser Ablauf für mich wichtig?

Komme ich an einen neuen, unbekannten Ort oder eine Sehenswürdigket, bin ich vermulich erstmal überwältigt. Ich staune und habe umgehend das Gefühl, ich sollte das ganze festhalten. Was spricht also dagegen?

Ich habe mir angewöhnt, in dem Moment zu warten. Ich geniesse den Ort, die Umgebung, schaue mir die Leute an. Ich halte den Moment für mich alleine fest. Später werde ich mich an genau diese Zeit zurück erinnern.

Fototipp Titelbild - Sydney Opera House, Australien. Um die Weltreise

Was für deine Erinnerung Gold wert ist, bringt zusätzlich einen fotografischen Vorteil. Ich habe einen etwas tieferen Einblick, als 90% der anderen Touristen, welche den Ort aufsuchen. Ich gewöhne mich an die Szene und achte mehr auf Details, als ausschliesslich auf die Sehenswürdigket selbst.

Der klassische Ablauf eines Reisenden

Der grosse Teil von Reisenden kommt schon leicht gestresst an der Sehenswürdigkeit an, er steigt aus dem Auto oder Taxi, ohne zu zögern schiesst er drauf los in folgendem Ablauf:

  • 215-388 Mal mit der Spiegelreflex direkt drauf los halten.
  • 3-5 Mal ein Foto mit der Spiegelreflex von sich selbst machen lassen (mindestens auf einem Bild versuchen, in die Luft zu springen).
  • 3-5 Selfies mit dem iPhone für Facebook, Twitter und Instagram. Direkt vor Ort bearbeiten und veröffentlichen.
  • So schnell wie möglich den Ort verlassen, um einen weiteren Höhepunkt am selben Tag zu schaffen.

Die Alternative

Ich habe mir so gut als möglich einen anderen Ablauf angewöhnt und kann ihn dir nur empfehlen.

  • 5-15 Minuten ankommen, geniessen, beobachten, geniessen, schauen, geniessen, hören, geniessen… Keine Fotos.
  • 5-15 Fotos mit der meiner Reisekamera.
  • 3-5 Bilder von uns machen (lassen). Auf möglichst keinem Springen. Lachen ja, Freude zeigen: unbedingt. Springen… Jääää. Ach was solls, manchmal bin ich auch schon gesprungen.
  • 1-2 Fotos mit dem iPhone für uns und die Familie.
  • Ev. am Abend bearbeiten und veröffentlichen.

Wo liegt der grosse Unterschied? Es gibt zwei entscheidende Vorteile beim alternativen Ablauf:

  1. Ich habe garantiert mehr vom Ausflug. Ich kann wirklich eine Erinnerung mitnehmen und diese ist viel mehr wert, als jedes Foto, welches ich dort schiessen werde.
  2. Ich kann mir die Umgebung ansehen. Ich sehe, was viele Leute nicht sehen. Wenn ich Glück habe, ist ein schönes Fotomotiv dabei, welches nicht 80% aller Leute vor mir schon genau gleich geschossen haben.

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Fazit

Wenn du unvorbereitet an eine Sehenswürdigkeit kommst, geniesse den ersten Momment! Er ist, was dir bleibt. Glaube mir, es lohnt sich. Persönlich und fotografisch.

Halte ausschau nach speziellen Motiven, die typisch für den Ort sind. Details, Wände, Menschen, Geräusche. Dreh dich auch mal von der Sehenswürdigkeit weg. Versuche zu sehen, was andere nicht sehen. Nochmals, geniesse!

So wirst du nicht nur mit einer besseren Erinnerung von dem Ort weg gehen, sondern auch mit einem besseren Foto.

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12 Kommentare

  1. Super Tipp. Das wird jetzt mein neuer Vorsatz, auch wenn ich gestehen muss, dass mir das unglaublich schwer fallen wird!

    Gerade dadurch, dass wir den Hund und auch noch das Packpony dabei haben, bin ich doch manchmal etwas gestresst und das Fotografieren fällt nicht so leicht. Könntest du da nicht auch mal einen Tipp zu schreiben? „Entspanntes Fotografieren trotz Tiere“ ;-)

    Auf jeden Fall danke für die hilfreichen Tipps!

    • Hi Sarah

      Vielen Dank für deinen Besuch, freut mich, wenn dir der Tipp gefällt!

      Haha… Ja ok… Ich hab leider meist bloss Mücken dabei, von daher. Aber wenn du einen Tipp hast, kannst du ihn liebend gerne teilen :)

      Herzliche Grüsse,
      Simon

  2. Ich habe das Gefühl, ich kann meinen Urlaub vor lauter Fotos gar nicht richtig genießen. Und am meisten nervt mich das stuuuundenlange aussortieren hinterher. Ich finde daher deine Tipps sehr hilfreich und versuche sie das nächste Mal umzusetzen, um mehr vom Ort zu haben. :)

    • Hi und vielen Dank für deinen Besuch!!

      Du sprichst mir aus dem Herzen, das aussortieren hinterher macht mir oft auch keinen Spass. Leider mache ich das selten direkt nach dem Ausflug und ein paar Wochen später ist das fast nur noch mühsam…

      Falls du einen guten Trick hast, um dem entgegen zu wirken, ausser weniger Fotos zu schiessen, ich bin ganz Ohr :)

      Liebe Grüsse,
      Simon

  3. Guter Tipp, den wahrscheinlich die meisten Leute mal berücksichtigen sollten (ich schließ mich da nicht aus). Manchmal schaff ich es ganz gut, aber manchmal gerade wenn wenig Zeit ist, ist der Drang ein Foto zu schießen doch zu groß irgendwie. Aber ich muss sagen, ich habe mich definitiv schon gebessert ;)

  4. Toller Tipp!

    Zähle mich eher zu den zurückhaltenden Touristen. Manchmal geniesse ich es sogar die ungeduldigen Touristen zu beobachten wie sie drauflos ballern…und manchmal gibts davon sogar Bilder.

  5. Pinkback: Unpacking Travel: Ausgabe 32 | GoEuro Blog

  6. Interessanter Gesichtspunkt. Dieses Wochenende geht es wieder auf einen Kurztrip, da werde ich Deine Vorgehensweise gleich mal austesten. Das erst einmal Ankommen und den Ort wahrnehmen, ohne gleich drauf los zu schießen wird auch für mich eine neue Erfahrung ;)

    • Hi Jüren

      Vielen Dank für deinen Besuch und den Kommentar. Wohin geht denn die kurze Reise?

      Ja, versuch es, du wirst es nicht bereuen.

      Liebe Grüsse,
      Simon

      • Hi Simon, dieses Wochenende geht es noch einmal in die Alpujarra von Granada (siehe letzter Blogbeitrag), südl. Sierra Nevada. Dieses Mal will ich ein paar Wanderwege mit GPS aufzeichnen. Ich bin hauptsächlich in Andalusien unterwegs, da ich hier lebe und es immer noch unheimlich viel zu entdecken gibt für mich.

        LG Jürgen

        • Das klingt toll. Ja, habe deinen Blog entdeckt, wirklich sehr spannend! Ich schaue jetzt regelmässiger rein :)

          Liebe Grüsse,
          Simon

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