Weltreise-Aktuell

Wie Flashpacker Backpacker überrennen.

Flashpacker - Vergleich Flashpacker und Backpacker

Backpacker hatten während Jahrzehnten die Herrschaft über Hostels, Zeltplätze, Strandbars und geheime Reisepfade. Jetzt werden sie überrannt von der neuen „alten Generation“, dem Flashpacker. Überall. Weltweit.

Was ist ein Flashpacker

Flashpacker reisen mit Rucksack, aber…!
Im Gegensatz zum Backpacker gönnen sie sich noblere Unterkünfte, reisen ab und an per Flugzeug, anstatt mit dem Bus. Flashpacker haben Reise-Gadgets und Elektrozeug dabei, sie sind „etwas älter“, also normalerweise über 20 Jahre oder eher über 25. Sie haben erste berufliche Karriere-Erfahrungen gemacht und können von ihrem ersparten komfortabler reisen.

Flashpacker sind Backpacker mit etwas extra Geld für Unterkunft, Transport und Essen.

Die wenigsten reisen Heute jedoch noch mit wenigen Rappen, gehen zu Fuss um die Welt, sind mit einem Seesack und ohne Telefon oder zumindest kleinen Geld-Reserven unterwegs. Zudem werden ehemalige Backpacker älter und der ein- oder andere begrüsst den kleinen extra Komfort.

Dass ich mich persönlich nicht immer mit anderen Backpackern identifizieren kann, ist bekannt.

Lies dazu
15 Gründe, weshalb ich kein Backpacker sein will.

Kurzer Exkurs
Um das hier nochmals klar zu stellen: ich teile alle Grundgedanken eines Backpackers und habe ganz und gar nichts gegen den Reisestil. Ich rege mich bloss über gewisse Entwicklungen auf, bei welchen Sparen, ultraleicht packen oder gefährliche Abenteuer im VORDERGRUND stehen, anstatt das Reisen selbst (und der Rest zweitrangig ist).

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Aber was denn nun? Sind wir alle Flashpacker oder doch Backpacker?

Eine Einheit: Flashpacker und Backpacker

Im Prinzip ist es scheissegal, wer sich wie nennt. Beide haben wichtige Gemeinsamkeiten, die ob Backpacker oder Flashpacker nicht vergessen sollten:

  • Beide reisen, um neue Kulturen oder Naturschauspiele zu sehen. Sie lieben Abenteuer, wollen frei sein und haben 1`000 weitere Gründe, unseren Rucksack ständig wieder zu packen.
  • Beide bevorzugen Hostels oder einfache Unterkünfte, anstelle von Hotels. Wer will kann sich dort mit anderen Reisenden unterhalten und Tipps austauschen. (Materieller) Luxus spielt keine Rolle.
  • Beide reisen gerne lange. Eine Woche oder 14 Tage entspricht bei beiden in etwa einem verlängerten Wochenende.
  • Beide mögen lokale Besonderheiten. Sie sprechen mit Einheimischen oder Trampeln auch mal abseits der Touristenpfade, um mehr von einem Land zu sehen, als die blossen Touristen-Highlights und überfüllte Strände.
  • Beide reisen mit dem öffentlichen Verkehr, bevorzugen eine Bus oder Zugreise, wenn sie einen wirklichen Mehrwert bietet. Sei dies, um ein Abenteuer zu bestreiten oder ein paar Münzen zu sparen.
  • Beide reisen ziemlich planlos und lassen sich treiben.

Fazit: Flashpacker oder Backpacker?

Reisen wird immer günstiger, immer einfacher und ist für fast jeden in unseren Breitengraden machbar. Der Komfort auf der Reise steigt dem entsprechend und bietet mit immer cooleren Reisegadgets neue Möglichkeiten.

Aber es gibt sie noch, die „richtigen“ Backpacker. Wir haben sie auf unseren Weltreisen immer wieder getroffen. Sie reisen ganz bescheiden und einfach. Sie schlafen im Zelt oder direkt am Strand.

Sie trampen, gehen zu Fuss oder mit dem Fahrrad um die Welt. Sie haben kein Telefon dabei, keine Versicherung, keine Pläne und kein Fangnetz. Die wahren Abenteurer, welche bei mir regelmässig Bewunderung und Verwunderung gleichzeitig auslösten.

Ein iPhone und Macbook lässt mich selbst per Definition vermutlich schon als Flashpacker daher kommen. Mir ist das egal. Hauptsache Reisen, entdecken, frei und unabhängig sein. Wenn ich allerdings zurück blicke auf die vielen Kakerlaken, die eisenharten Betten, das monatelange kalte Duschen, mehrere Tag-Reisen von der Zivilisation entfernt und die Jungle Trekkings bleiben es grossartige Erinnerungen, positive und negativ, und damit kann ich jedem Flashpacker nur den regelmässigen Abstecher in die Backpacker-Welt empfehlen.

Jeder soll so reisen, wie sie oder er es für richtig hält. Mit Rücksicht, Respekt und Freude.

Nachtrag: Jubipacker

Der Kommentar unten von Peter (schaut mal rein bei dem Blog von Kathrin und Peter) war so passend, dass ich mir erlaube, ihn direkt hier rein zu nehmen. Danke Peter! Und ja, „Camppacker“ haben wir auch sehr viele getroffen!

„Sie vergessen die Jubipacker, jene Gruppe von Menschen, die pensioniert sind und mit ihrem Camper durch die Lande ziehen! Davon haben wir auf unserer bisherigen Reise doch etliche angetroffen. Vielleicht sollte man besser von Camppackern sprechen – das würde alle Alterskategorien, die mit Campern irgendwo auf der Welt unterwegs sind, umfassen!“

Welches ist dein Reisestil? Flashpacker, Backpacker oder Kofferreisende und vor allem: WIESO?

12 Kommentare

  1. Sie vergessen die Jubipacker, jene Gruppe von Menschen, die pensioniert sind und mit ihrem Camper durch die Lande ziehen! Davon haben wir auf unserer bisherigen Reise doch etliche angetroffen. Vielleicht sollte man besser von Camppackern sprechen – das würde alle Alterskategorien, die mit Campern irgendwo auf der Welt unterwegs sind, umfassen!
    Grüsse aus Mexico Peter

  2. Hallo Peter
    Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe mir erlaubt, diesen direkt oben in den Text als Nachtrag einzufügen.

    Liebe Grüsse,
    Simon

  3. Ein interessanter Denkanstoss. Ich finde allerdings, dass die Unterscheidung zwischen Back- und Flashpackern wenig Sinn ergibt, da eindeutige Definitionsmerkmale fehlen beziehungsweise da die Übergänge ganz einfach fliessend sind.

    Überspitzt: Ab wann ist ein Backpacker denn ein Flashpacker? Muss er ein iPhone5 haben? Oder reichen auch ein iPhone3, ein Samsung S2 oder gar ein alte Klapphandy?`Muss es das iBook Air sein, oder dürfte ich mit meinen fünf Jahre alten ASUS-Netbook auch noch als Flashbacker durchgehen, weil ich eben eine etwas teurere Spiegelreflexkamera dabei habe? Und wie ist es einzuordnen, dass ich gerne in Dorms gehe, aber längere Busfahren gerne mit einem Inlandsflug abkürze?

    Da wirklich objektive Kriterien fehlen, muss meiner Meinung nach eine Zuordnung darüber erfolgen, zu welcher Kategeorie jeder sich selber zählt. Obwohl ich auf dem letzten Trip ein Auto mietete und (das erste Mal) mit einem Rollkoffer unterwegs war, fühle ich mich als Backpacker. Nach deiner Einteilung wäre ich es vermutlich nicht.

    • Hi Oli
      Ich sehe das eigentlich genauso. Schwer zu unterscheiden, schwer zu benennen, aber letztendlich völlig unwichtig.

      Trotzdem
      Seit 2003 scheint der Begriff von Neuseeland her kommend in Mode zu sein und beschreibt schon damals den Techie unterwegs, einfach ausgedrückt. Daher müsste Heute fast jeder laut (nicht vorhandener offizieller) Definition zu den Flashpackern gezählt werden.

      Und ja, wenn die offizielle Version ist, dass wer Technologien wie Laptop, MP3-Player oder digitale Kamera dabei hat, ein Flashpacker ist, dann gehöre ich in diese Kategorie.

      Ich würde mich trotzdem als Backpacker bezeichnen, weil ich das Gefühl habe, den Grundgedanken des Backpackers unterwegs zu leben. Ich glaube nicht, dass das Eine das Andere ausschliesst. Ich sehe Flashpacker eher als eine Art Unterkategorie.

      Liebe Grüsse,
      Simon

      • Den Begriff habe ich auch schon oft gehört. Ich finde, es macht tatsächlich am meisten Sinn, ihn als eine Unterkategorie zu verstehen und nicht als ein Gegensatz zum Terminus „Backpacker“. Man ist dann halt eben einfach beides.

  4. Christina

    Also ich würde mich definitiv als Flashpacker bezeichnen. Nicht nur, dass ich mit ziemlich teurem Equipment (Kamera, Laptop …) unterwegs bin, ich bin leider auch öfters bei der Reisezeit eingeschränkt und zahle daher gerne irgendwo mehr. Soll heißen, ich kann nicht 3 Tage mit irgendeinem alten Bus durch die Lande fahren, wenn ich nur 2 Wochen Urlaub habe. Daher zahle ich gerne ein wenig mehr für ein Flugticket.
    Sonst ist es meiner Meinung nach völlig gleich. :-)

    Liebe Grüße
    Christina

    • Hallo Christina

      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Das mit dem Zeit sparen kenne ich. Machen wir genauso auf kürzeren Reisen. Vor allem bei zwei Wochen will man die kurze Zeit möglichst ausnutzen :)

      Liebe Grüsse,
      Simon

  5. Hallo Simon, ich bin der Reisentaschen Packer. Für mich die praktischste Lösung. Mir ist auch nicht klar was in einem Rucksack die 4. olivfarbene Outdoor Hose zusammen geschrumpelt neben alten T-Shirts und stinkenden Socken soll. Ich liebe meine Reisetasche. Die werfe ich über die Schulter und ab damit. Jederzeit kann ich durch einen groben Reißverschluss meine Sachen checken, habe 2 Stapel parallel und seitlich davon Platz für Bücher, Karten, Schuhe und so weiter. Ok ich verstehe wenn ich das Zelt dabei habe, Isomatte und Schlafsack aber die meisten Backerpacker übernachten in Hostels also für was ein 20 kg schweren Rucksack schleppen und sich wundern wenn die Reise und das backpacken ganz anders wie erwartet ausfällt?

    • Hallo Simone

      Vielen Dank für deinen ausführlichen und persönlichen Kommentar.

      Eine Reisetasche ist tatsächlich sehr praktisch. Habe mir lange überlegt, ebenfalls mit dieser zu reisen. Da ich bereits einen Rucksack hatte, hat es sich erübrigt.

      Ich behalte es allerdings im Hinterkopf für die nächsten Reisen.

      Liebe Grüsse und einen schönen Abend,
      Simon

  6. Pinkback: 15 Gründe, weshalb ich kein Backpacker sein will.

  7. Pinkback: Fern- & Weltreise FAQ für Backpacker: Häufige Reisefragen und Antworten.

  8. Pinkback: 14 wichtige Dinge für Rucksack-Touristen auf den Malediven – Inselnauten

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