Interviews

Auswandern: so ist es wirklich! Die Familie, die unser Herz gewann.

Auswandern Mexiko - Herz im Sand

Themen wie Drogenkrieg, Entführungen und Strassenkinder sind an der Tagesordnung. Gott sei Dank nicht in diesem Teil von Mexiko.

Eine von vielen Erfahrungen, die die Inhaberin vom Castillo Oasis als Auswanderin erlebt.

Sie und ihren Jonas haben wir bei unserem Aufenthalt in Zipolite kennen gelernt. Sie lebt seit rund 15 Jahren dort. Mit der Eröffnung der uneingeschränkt empfehlenswerten UnterkunftCastillo Oasis, hat sie sich einen Traum erfüllt.

Castillo Oasis, Unterkunft in Zipolite

Bild: Booking.com

Neugierig wie das Leben als Auswanderin ist?  Jetzt erfährst du mehr. Die Inhaberin vom Castillo Oasis stand uns freundlicherweise Red und Antwort. Vielen herzlichen Dank.

Hast du den Schritt auszuwandern jemals bereut?

Nein

Wie wurdest du von den Einheimischen akzeptiert?

Da ich, respektiv wir, ruhige Menschen sind, die nicht egozentrisch sind, glaube ich, gut!

Welches ist der grösste Vor-, beziehungsweise Nachteile von Mexiko gegenüber Österreich?

Es gibt Kulturunterschiede bezüglich Moral und ähnlichem. Das Schulsystem ist nicht sehr auf selbständiges Denken und eigene Meinung angelegt. Sehr viel wird von Büchern unkritisch angenommen.

Wenn die Moral besser entwickelt wäre, würde es dem Land besser gehen.

Alles wird für Geld gemacht! Leute „betrügen“ Leute. Lügen sind kein Vergehen.

Speziell hier in meiner Umgebung kann ich mich nicht beklagen. Ich fühle mich wohl. Jeder zieht die Leute an, die für ihn bestimmt sind.

Die Natur, das Klima und die Sonne sind für mich ein enormer Vorteil. Die Menschen hier sind genügsamer und zufriedener mit dem was sie besitzen.

Was würdest du ändern oder was wünschst du dir?

Ich würde gerne ändern, dass die Menschen “bewusster” leben, aber das würde ich gerne auf dem ganzen Planten ändern. Bewusster mit sich, seiner Umwelt, der Tier-und Pflanzenwelt und den Mitmenschen.

Wenn der Stellenwert der Moral an höchster Stelle steht, dann gibt es keine Korruption, Drogenmafia und Kriege.

Hier bei uns ist es Gott sei Dank sehr ruhig. In andere Teilen Mexikos, sieht es leider anders aus.

Themen wie Drogenkrieg, Entführungen und Strassenkinder sind dort an der Tagesordnung. Das ist ein sehr grosser Nachteil des Landes.

Was vermisst du aus Österreich?

Meine Familie und Freunde (manchmal). Die Moral manchen Dingen gegenüber. Sowie die feine Schokolade.

Kannst du dir vorstellen irgendwann nach Österreich zurückzukehren?

Man weiss nie was im Leben passiert. Deshalb sollte man nie nie sagen. Aber im Moment, das heisst seit 15 jahren, bevorzuge ich mein Leben hier. Ich hab das Gefühl das ist für uns gesünder, sowohl für Geist, Herz und Körper.

Welchen Tipp gibst du jemandem, der mit dem Gedanken spielt, auszuwandern?

Am besten für eine gewisse Zeit (ein bis zwei Jahre) dort leben, bevor man richtig hinzieht. So lernt man das Leben, die Menschen, das Klima und vieles mehr kennen. Ohne gleich wie ein Elefant im Porzellanladen aufzutauchen.

Bei einem Neuanfang, sollte man alles gut hinterlassen und im Reinen sein, bevor man weggeht.

Mit ihrer freundlichen,  herzlichen Art haben wir uns wie zu Hause gefühlt. Wir würden jeder Zeit wieder ins Castillo Oasis zurück kehren.

Wir wünschen den beiden weiterhin von Herzen alles Gute.

Was ist mit dir? Kannst du dir vorstellen für immer auszuwandern?

20 Kommentare

  1. Interessantes Interview! Könntet Ihr euch auch vorstellen auszuwandern oder für eine längere Zeit an einem Ort zu leben?

    • Ich? Ja. :)
      Auf jeden Fall.

      Was ist mit dir?

      • Ich auch :)
        In 3 Wochen melde ich mich bei den Behörden ab und gehe für unbestimmte Zei auf Reisen. Vieleicht gefällt es mir irgendwo… :)

    • Auswandern, für immer? Da bin ich mir nicht sicher…..aber auf jeden Fall für einige Jahre im Ausland leben und arbeiten, das würde ich sehr gerne!

      • vielleicht werden aus einigen Jahren schnell ein paar Jahrzehnte… und schneller als man denkt will man gar nicht mehr zurück :)
        Ich bin auf jeden Fall gespannt wohin es mich auf meiner Reise führt :)

  2. Danke für das interessante Interview. Die Antworten sind sehr ähnlich, wie unsere Gefühle damals als wir in China lebten und ein Hotel führten. Das fand ich ausserordentlich spannend.

    Als wir in Mexiko reisten, hatte ich lange Gespräche mit einem Schweizer Freund, der schon seit Jahren in Mexiko lebt und auch da kamen immer wieder Parallellen zu unserem Leben in China hervor.

    Danke.

    • Wir haben vorhin die Doku über das Leben von euch in China gesehen! Sehr spannend und interessant. Eigentlich würde ich gerne einen Artikel über China mit dem eingebundenen Video von euch machen. Dürfte ich dir dazu einige Fragen stellen? Hast du Lust Red und Antwort zu stehen? Ich denke, das wäre für unsere Leserschaft sehr spannend. Was meinst du?
      Liebe Grüsse, Fränzi

  3. Ich habe die Menschen in Mexiko immer als sehr warmherzig empfunden, aber bei mir waren es ja immer nur Momentaufnahmen von kurzen Reisen. Das hat mich über Vieles hinwegsehen lassen, z. B. die Ignoranz (was Joanna z. B. auch beschreibt in puncto Schulsystem: weniger eigene Meinung, eher unreflektiert andere Meinungen übernehmen), Klassendenken und ja, ein Sumpf von Korruption, der in kleinen, alltäglichen Dingen anfängt. Sollte ich mit meinen beiden Männern einmal wieder nach Mexiko reisen, würde ich gerne im Castillo Oasis einkehren!
    Sonnige Grüße
    Jutta

    • Naja, als kurz würde ich deinen Aufenthalt in Mexiko nicht bezeichnen, wenn ich das richtig in Erinnerung habe?

      Du warst doch bei einer Gastfamilie und hast sicher einige Eindrücke sammeln können?!

      Ja, Das Castillo Oasis würde euch auf jeden Fall gefallen, garantiert!.

    • Uns ging es genau so, wir hatten unglaublich tolle Bekanntschaften mit den Mexikaner gemacht! Ich glaube solche Erfahrungen wie Ignoranz und Korruption bekommt man als Reisender auch gar nicht so mit.
      Deshalb ist es immer sehr spnnend ein Gespräch mit jemandem der schon länger dort lebt, zu führen:)

      Oh ja und das Castillo Oasis ist echt ein Traum!

  4. Ja, genau, zweimal bei Gastfamilien plus anschließend solo unterwegs, einmal mit Monsieur und dann noch einmal mit Monsieur und Filius. Die Erfahrungen in den Gastfamilien waren interessant, weil beide aus ganz „unterschiedlichen Welten“ stammten und es wirklich spannend war, Vergleiche – und dann auch Schlüsse – zu ziehen. Die „Mutter“ meiner ersten Gastfamilie war Lehrerin – ihr Mann hat nicht gearbeitet und ich glaube sie war ziemlich unglücklich darüber, er passte auch überhaupt nicht zu ihr: Ansichten, Charakter, alles völlig verschieden. Sie war total diszipliniert und hat sich abgerackert (neben dem Job die Hausarbeit erledigt, alles picobello, immer ein bis zwei Gäste im Haus etc.) für die beiden Söhne. Ihr erklärtes Ziel: Beide sollten in die USA, um dort eine „gute Ausbildung“ zu genießen. Die Motivation Gäste ins Haus zu holen war hier ganz zuerst der finanzielle Aspekt, aber das macht ja nichts. Hier gab es einen tollen Austausch, eine tolle Einbindung in alle familiären Aktivitäten inkl. Besuche der weiteren Familie auf dem Land etc.
    Die zweite Familie war „upper class“, die Kinder total verzogen nach dem Motto „Was kostet die Welt? Sie gehört mir!“ und sie haben sich wohl eher mit Gästen aus dem Ausland geschmückt, als dass sie Interesse an irgendeinem Austausch gehabt hätten. Insgesamt sehr auf sich bezogen. Die Einkünfte hatten sie offensichtlich auch nicht nötig.
    Trotzdem war auch dieser Aufenthalt eine wertvolle Erfahrung.
    Später, als wir mit unserem Filius unterwegs war, hat mich vor allem begeistert wie wahnsinnig kinderfreundlich die Mexikaner waren. Das ist ein ziemlich gutes Gefühl, wenn man als Familie auf Reisen ist : )

    • Ich liebe deine ausführlichen Kommentare. Merci viel Mal, ist immer spannend!!! Hast du denn heute noch Kontakt mit ihnen?

  5. Nein, mit den Familien nicht. Lange Zeit mit einem meiner Lehrer und seiner Frau, aber das war vor Facebook & Co. Aber: Während meiner ersten Mexiko-Reise habe ich mir ein Zimmer (bei Gastfamilie No. 1) mit einer Norwegerin geteilt. Mit Sarah ist der Kontakt nie abgebrochen. Wir haben uns immer wieder getroffen. In Mexiko, Holland, viele Male in Deutschland, in Italien und Norwegen. Sarah ist unsere Trauzeugin geworden : ) Auf diese Freundschaft bin ich richtig stolz! Sonnige Grüße,
    Jutta

    • Ach stimmt, das hast du mir bereits erzählt, das mit der Trauzeugin. Darauf kann man wirklich stolz sein.

      Nur wenige Fern-Freundschaften halten so lange.

    • Hallo Tobias

      Vielen, vielen Dank für den spannenden und ausführlichen Kommentar.
      Das ist für mich natürlich unmöglich zu beurteilen, so aus der Ferne. Zudem kenne ich fast niemanden aus der „upper class“ aus Mexiko. Diejenige, welche ich kenne und als solche bezeichnen würde, ist das pure Gegenteil von dem, was du beschreibst.

      Das ist natürlich enorm frustrierend, Freunde auf diese Art zu „verlieren“, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass dies mit der Nationalität zusammenhängt. Du bist wohl tatsächlich auf die falschen Leute getroffen.

      Natürlich wirklich sehr schade, hast du den Kontakt abbrechen müssen, aber schön, ist die Faszination für Mexiko geblieben. Reise doch einfach mal dort hin und überzeuge dich von der Freundlichkeit der Menschen dort : )

      Liebe Grüsse us Bärn,
      Simon

  6. Pinkback: Tour Guide auf den Malediven über Leben & Arbeit im Paradies.

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